Sonntag, 18. Oktober 2009

Hawaii Tagebuch

Hallöchen,
wie ich ja schon berichtet hatte, habe ich in diesem Jahr ein Tagebuch für die Lüneburger Landeszeitung geführt. Und damit auch meine eifrigen Blogverfolger etwas davon haben, gibt es die Berichte nun als scans.


Artikel 1


Artikel 2


Artikel 3


Artikel 4

Viel Spaß beim Lesen
Frank

Montag, 12. Oktober 2009

Es kann auch mal schief gehen

Aloha,
vorneweg sei gleich gesagt, dass ich nicht nach Kona gefahren bin, um wieder "nur" ein Finish unter den ersten 50 zu machen. Nein, ich wollte einen Platz unter den ersten 3 Amateuren, oder Sub 9, oder Top 30. So bin ich in das Rennen gegangen und habe es auch versucht umzusetzen.

Begonnen hat es dann gleich mal mit einem schlechten Schwimmpart, in dem ich viel Schläge bekommen habe. Heraus kam meine bisher schlechteste Schwimmzeit auf der Insel.

Beim Radfahren ging ich es dann etwas lockerer an, da ich auf Hawaii bisher immer auf den letzten 60 km der Radstrecke Kraftprobleme hatte. Das ging auch ganz gut. Denn als der richtig heftige Wind kurz nach Kawaihae einschlug, hatte ich noch genug Reserven und sammelte eine ganze Menge Leute ein. Vielleicht hätte ich schon früher reintreten sollen? Die Radzeit war nämlich auch nicht so doll und eine sub 9 nicht mehr erreichbar. Zum Glück mussten viele auf dem Rad leiden, so dass meine angepeilten Platzierungen bei einem Marathon um die 2:52 h noch möglich gewesen wären.
Ich trau mir das wirklich zu, aber bei der Hitze am Samstag war das wohl ein bisschen zuviel. Immerhin ging es bis zum Highway gut und ich überholte ca. 40 Leute. Doch dann war der Ofen aus. Warum weiß ich nicht so richtig, denn Krämpfe oder Schmerzen hatte ich nicht. Aber vom Kopf her ging es nicht mehr weiter. Ich hatte keine Lust mehr, mich richtig zu verpflegen und weiter zu laufen. Aus die Maus. So begann ich zum ersten Mal seit 2003 wieder, in einem Marathon zu gehen. Und kaum war diese psychologische Barriere gebrochen, erlag ich immer häufiger der Versuchung zu gehen. Lange Rede kurzer Sinn. Die letzten 3 Meilen lief ich dann wieder ( im 7 min Schnitt), kam mit einem 3:29h Marathon nach 9:43h am Alii Drive an und hörte mein "You are an Ironman". Keine Ahnung warum, aber es hat mich dieses Mal irgendwie mehr berührt als sonst.

Sicherlich spielte vieles zusammen, dass es nicht geklappt hat. Vielleicht lag es am Tapering, an der Ernährung oder an der Renneinteilung. Ist auch erstmal egal. Meine Vorbereitung war super und ich fühlte mich topfit (was Rad und Lauf betraf) und daher habe ich alles riskiert. Denn ob ich am Ende als 80. oder 246. ins Ziel komme, spielte für mich dann auch keine Rolle mehr. Immerhin bin ich nun auch mal um die Erfahrung reicher, explodiert zu sein. Schlechter werde ich dadurch sicher nicht.


Vorher

Nachher

Gratulation an Raeli. Sein Rennen zu sehen, machte mir das Wandern deutlich angenehmer. Nächstes Jahr steht er ganz oben. Wetten?


Frank, Andreas + Frank

Am Ende noch ein großes Dankeschön an meine Sponsoren Zoot , Thaler und Cannondale, ohne deren Topausrüstung der Weg nach Kona deutlich steiniger gewesen wäre. Dank auch an City Cycles und dem Laufladen Endspurt für die Unterstützung hier in Lüneburg und allen anderen, die mir die Daumen gedrückt haben.

Ach ja, ein Gutes hat so ein Wandertag: Man hat am nächsten Tag keine Probleme Treppen zu laufen. Somit konnte ich auch die Siegerehrung in vollen Zügen genießen.

Die Planung für nächstes Jahr wird gerade gestrickt.

@Clemens, extra für dich war ich ohne lange Socken unterwegs- na hoffentlich lag es nicht daran ;-)

Bis die Tage
und
Mahalo for your Kokua
Frank

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Es kribbelt

Es sind nur noch 3 Tage. Ich fühle mich gut. Der Körper kommt immer besser mit der Hitze klar und es stellt sich auch soetwas ähnliches wie Wassergefühl ein. Mein Cannondale surrt ganz prächtig, obwohl ich doch hier und da über mein Trispoke Setup grübele. Bei der ein oder anderen Seitenwindpassage reist es ganz schön am Lenker und ich war noch nicht mal weit draußen auf dem Highway, mhhh. Aber lässt sich auch nicht mehr ändern, habe ja nix anderes hier.

Am White Sands Beach gab es heute richtig schöne Wellen. Ein Local redete mir ein, dass die wohl von den Erdbeben im Südpazifik herrühren. Keine Ahnung, hat aber auf jeden Fall Spaß gemacht.

Zum Abendbrot sind wir abschließend noch bei Pizza Hut eingekehrt. Da gibt es „all you can eat“ für schlappe 10 € pro Nase. Ich glaube sogar, dass der gute Jan schon vor 13 Jahren dort eingekehrt ist, oder?


Morgen gibt es hier den Underpants Run. Den habe ich noch nie mitgemacht. Mal schauen, ob es dieses Jahr was wird.


Übrigens, mein Favorit scheint immer noch in blendender Verfassung zu sein. Wobei ich sagen muss, dass Timo alles überstrahlt. Vielleicht gibt es ja einen Doppelsieg.

Tri- Team Lüneburg am White Sands- Beach

Aloha

Frank

Montag, 5. Oktober 2009

Da bin ich wieder

Nach 24 Stunden Anreise sind wir dann endlich ohne besondere Vorkommnisse in Kailua Kona gelandet. Erwähnenswert ist aber die Tatsache, dass Michelle Hunziker mit bei uns im Flieger saß. Leider bog sie links ab und setzte sich in die Business bzw. First Class. Sie ist auch in Realität ein sehr entzückendes Wesen.

Hier in Kona ist alles beim Alten. Beim Schwimmen gab es heute ordentlich Strömung und mein erster Lauf hat mir bei gefühlten 59 °C ganze 8 Schweißperlen auf die Stirn getrieben.

Und meinen Rennfavoriten habe ich auch gesprochen – er sieht wirklich fit aus. Wer es ist, erfahrt ihr später.

Dank Ocean & Sports haben wir ein geniales Appartement mit vollem Ocean View bekommen. Und beim Mietwagen wurden wir auf Grund nicht mehr vorhandener economy Wagen kostenlos auf convertible aufgewertet. Bedeutet, dass wir jetzt mit einem schicken roten Mustang Cabrio über die Insel rollen. Allerdings ist die Motorhaube so hoch, dass Susi, auf Grund fehlender Sitzversteller, eigentlich ein Sitzkissen bräuchte, um alles von der Straße zu sehen.


Sonnenuntergang von unserem Lanai aus.


Hawaiianische Gartenspinne (entspricht in etwa unser heimischen Kreuzspinne, ist aber viel größer ;-))

Hier mein Artikel in der LZ.

Also, ihr seht, es läuft alles bestens. So kann es weiter gehen.

Aloha
Frank

Samstag, 3. Oktober 2009

Es ist angerichtet

Am Sonntag geht es endlich auf die Insel. Dann findet die Saison ein hoffentlich tolles Ende. Die letzten zwei Trainingswochen verliefen richtig gut und ich merke, wie meine Form täglich steigt.
Als Test habe ich dann am vergangenen Wochenende noch spontan einen Crossduathlon bestritten. Allerdings nur mit 80% und ohne Risiko. Schließlich wollte ich die Reiserücktrittsversicherung nicht unbedingt in Anspruch nehmen.
Dennoch konnte ich noch einen Sieg verbuchen, bei dem sich meine blendende Laufform bestätigte. Und selbst auf dem für mich ungewohnten Mountainbike konnte ich sehr gut mithalten.
Am Ende habe ich den zweiten Lauf im Trainingstempo Seite an Seite mit meinem Trainingskollegen Henno absolviert.
Also, ich bin gut drauf und freue mich tierisch auf das Rennen.

Für alle Daheimgebliebenen gibt es dieses Jahr nur kurze Blogeinträge von Hawaii, da ich nämlich für die Lüneburger Landeszeitung ein Tagebuch führe und dann natürlich nicht alles auch hier drin stehen sollte.

Ich bin dann mal weg
Frank

Montag, 14. September 2009

Der Countdown läuft

Seit 2 Wochen stehe ich nun unter der besonderen Betreuung von Teamchef Caspar. Eine Vielzahl von Kraftausdauerläufen und alternativen Rumpfklettertraining scheinen Wirkung zu zeigen und meine Hawaiiform entwickelt sich durchaus positiv.

Sofarobbing mit Caspar

Davon konnte ich mich an diesem Wochenende beim Tiergarten Volkslauf in Lüneburg über 19 km überzeugen. Dabei ging es in 2 Runden durch einen selektiven Waldkurs. Vom Start weg setzte ich mich mit Vereinskollegen Henno an die Spitze und wir bauten die Führung auf der erste Runde kontinuierlich aus. Zusammen beendeten wir die ersten 10 km nach gut 35 min. Henno lief dann ins Ziel und gewann die Wertung des 10,6 km Laufs. Ich ging in die 2. Runde und konnte nun das Tempo drosseln, um den Beinen nach dieser 100 km Laufwoche schon etwas Erholung zu gönnen. So überlief ich die Ziellinie nach 1:12 h mit reichlich Vorsprung. Das Beste an dem Lauf war allerdings die Siegerehrung. „Feierlich“ wurden die Pokale zwischen Bratwurststand und Bierverkauf über den Tresen gereicht. Insofern man denn diesen erreicht und nicht in der Bratwurstschlange stehen blieb. Frei nach dem Motto: „Bist du die Pommes rot weiß? Nein, ich bin der Pokal.“ Wenigstens hatte die gesamte Situation eine gewisse Komik.

Henno und Meinereiner am Pokalstemmen

Doch zurück zur Hawaiiform. Wie es mit dem Radfahren aussieht, kann ich noch nicht so richtig einschätzen. Im Training gab es Licht und Schatten, aber Ende der kommenden Woche wird auch hier Klarheit geschaffen. Meine Schwimmform kann ich jetzt schon mal entschuldigen. Im Moment befinden sich fast alle innerhalb einer Stunde erreichbaren Schwimmhallen in Sanierung. Und erst am Mittwoch öffnet die knapp 30 Minuten entfernte Schwimmhalle in Uelzen wieder ihre Pforten. Aber ich gebe mein Bestes.


Nun sind es noch knapp 3 Wochen, um den Formpfeil zuzuspitzen. Ich glaub, da geht was...


Bis denne

Frank


Dienstag, 11. August 2009

Gute Form und Glück im Unglück

Wie jedes Jahr im August startete ich traditionell bei einem meiner absoluten Lieblingswettkämpfe in Güstrow. Der Triathlon über die olympische Distanz war gleichzeitig die Landesmeisterschaft von Mecklenburg-Vorpommern. Einige gute Athleten aus Norddeutschland und alte Bekannte aus der 2. Bundesliga hatten gemeldet, so z.B. Olaf Geserick und Jens Borchardt. Dazu kamen noch Stephan Reis aus Rostock und Michael Voß aus Neubrandenburg.

Da der See fast 24 Grad hatte, gab es natürlich Neoverbot. Dennoch kam ich gut im Nassen zurecht und hatte für meine Verhältnisse noch vertretbare 3 Minuten Rückstand auf die Spitze um Reis, Voß und Geserick.

Motiviert ging es aufs Rad und es wurde gleich ordentlich losgefahren. Leider ist die Radstrecke auf den ersten 10 km ein reiner Flickenteppich und nicht gut zu fahren. Zusammen mit Cornelius Wermann machte ich Meter um Meter gut. Ich musste echt beißen, um nicht abreißen zu lassen. Zurück in der Wechselzone hatte ich noch knapp 50 Sekunden Rückstand auf Reis und Borchardt.

Also ging ich mit vollem Tempo auf die Laufstrecke, denn der Landesmeistertitel war ja noch zu holen. So lief ich nach 4 km an Reis vorbei und war auf Rang 2. Dann kam aber leider das angedeutete Glück im Unglück. Kurz nachdem ich Reis passierte, trat ich auf einen Stein oder eine Wurzel und knickte wieder mit dem rechten Fuß ordentlich um. Da fühlte ich mich doch gleich an die Lanzarotevorbereitung erinnert, wo ich mir im selben Fuß eine Bänderdehnung zufügte.

Ich versuchte trotzdem erstmal weiter zu laufen, aber es ging nicht. So legte ich eine Wanderpause ein. Zum Glück ließ der Schmerz wieder etwas nach und ich versuchte, auf der zweiten Runde erneut Boden gut zu machen. Allerdings nicht so „katzengleich“ und geschmeidig wie vorher. Mit Wut im Bauch konnte ich auf den letzten 5 km wenigsten wieder auf den 3. Platz vorlaufen und damit knapp vor Jens Borchardt und mit dem Teamchef Caspar im Arm die Ziellinie überqueren. Glückwunsch an Olaf und an Stephan für ein starkes Rennen.

Insgesamt war es ein schönes Wochenende, an dem ich alte Freunde aus Rostock treffen konnte und mal wieder einen Wettkampf mit meinen Trauzeugen erleben durfte. Im Rennen war meine Form auf dem Rad sowie beim Laufen richtig gut und meine Schwimmleistung besser als erwartet. Leider kostete mich das Umknicken den Landesmeistertitel, aber immerhin ist nichts Schlimmeres passiert und ich kann weiter trainieren.

Noch mal Dank an die Jungs vom Trifun, die wieder einen tollen Wettkampf auf die Beine gestellt haben.


Die Landesmeister

Rostockrückkehrer-Staffel auf 3 (Trauzeugen und Christian aka. MW)

Bis später

Frank